Niederländische Jugendliche sind geistig gesünder als europäische Altersgenossen

Niederländische Jugendliche sind immer noch sehr positiv über ihre sozialen Beziehungen, werden sehr wenig gemobbt und psychosomatische Beschwerden sind auf sie beschränkt. Sie haben auch viel seltener Probleme mit der Nutzung sozialer Medien als ihre europäischen Kollegen.

Gonneke Stevens, Jugendforscherin an der Universität Utrecht und Projektleiterin der HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children): „Niederländische Jugendliche sind seit fast zwei Jahrzehnten sehr zufrieden mit ihrer sozialen Einbettung: Kontakt zu Eltern, Freunden und Mitschülern. Dieses Bild scheint 2017/2018 noch günstiger zu sein als in den Vorjahren.“

Heute, in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem internationalen HBSC-Bericht, ein Bericht, der alle vier Jahre die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern aus Europa beschreibt. 2017/2018 nahmen mehr als 200.000 Studierende im Alter von 11, 13 und 15 Jahren aus 45 Ländern an dieser HBSC-Studie teil. Auf diese Weise gibt HBSC einen einzigartigen Überblick über die Lebenssituation und psychische Gesundheit von Schulkindern. In den Niederlanden wird diese Forschung von Forschern der Universität Utrecht, des Trimbos-Instituts und des Büros für Sozial- und Kulturplanung durchgeführt.

Corona-Krise

Dass niederländische Jugendliche gut abschneiden, wenn es um die Beziehung zu ihren Eltern geht, ist in diesen Monaten eine gute Sache. Stevens: „Die HBSC-Zahlen zeigen, dass niederländische Jugendliche sehr leicht mit ihren Eltern über ihre Sorgen sprechen können. Wir können davon ausgehen, dass während dieser Koronarkrise viele niederländische Jugendliche zumindest für all diese Monate des Sitzens zu Hause gut gerüstet sein werden.“

Soziale Medien

Die Zahlen der HBSC-Studie zeigen auch, dass junge Menschen in den Niederlanden die sozialen Medien im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen seltener intensiv nutzen. Stevens: „Wichtiger ist, dass der Anteil junger Menschen, die als problematische Social-Media-Nutzer bezeichnet werden können, nirgendwo so niedrig ist wie in den Niederlanden.“

Lebenszufriedenheit und psychosomatische Symptome

In den Niederlanden ist der Anteil der Jugendlichen, die genug für ihr Leben geben, fast der höchste aller Länder in den Niederlanden. Darüber hinaus berichten junge Menschen in den Niederlanden 2017 deutlich weniger psychosomatische Symptome (wie Kopfschmerzen und unglückliches Gefühl) als europäische Altersgenossen. Stevens: „Nur 7 % der Länder schneiden bei den 11- und 15-Jährigen besser ab als in den Niederlanden, bei den 13-Jährigen sind es 16 %.“

Spitzenposition Schulzufriedenheit verloren

Bei früheren Messungen waren die niederländischen Jugendlichen in Bezug auf die Schule positiver als die meisten europäischen Altersgenossen. Die jüngsten Messungen zeigen jedoch, dass sich die 13- und 15-Jährigen dem europäischen Durchschnitt nähern. Der Grund dafür ist, dass der zunehmende Druck junger Menschen aus der Schularbeit und der Rückgang der Schulquote zwischen 2013 und 2017 in den Niederlanden viel stärker ist als in anderen Ländern.

Nutzung von Ressourcen

Im Vergleich zu ihren europäischen Altersgenossen rauchen und trinken die 11- und 13-Jährigen 2017 deutlich weniger als im Durchschnitt. Das gilt nicht für die 15-jährigen Niederländer: Sie rauchen und trinken fast so viel wie ihre europäischen Kollegen. Darüber hinaus liegt der Cannabiskonsum niederländischer Jugendlicher leicht über dem Durchschnitt.

Das von den Forschern zusammengestellte Factsheet erklärt die auffälligsten Ergebnisse niederländischer Jugendlicher im Vergleich zu Jugendlichen in anderen Ländern. Der vollständige HBSC-Bericht ist auf der Website von HBSC Niederlande nachzulesen.

Im Auftrag von UNICEF Niederlande hat das Trimbos-Institut zusammen mit der Alexander-Stiftung, der Universität Utrecht und anderen Parteien die eingehende Forschung „Glück unter Druck?“ zum psychischen Wohlbefinden junger Menschen im Alter von 10-18 Jahren in den Niederlanden durchgeführt. Mit dieser Forschung erhalten wir einen Überblick über die Risiko- und Schutzfaktoren. Dies macht deutlich, worauf sich unter anderem die politischen Entscheidungsträger konzentrieren müssen, um das psychische Wohlbefinden junger Menschen zu steigern. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Laufe dieses Jahres veröffentlicht.

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